In den letzten drei Jahrzehnten konnte die Europäische Union in verschiedenen Wirtschafts- und Industriebereichen eine bedeutende Stellung im internationalen System erlangen, ist jedoch im Bereich der Digitaltechnologien nach wie vor stark von externen Akteuren, insbesondere amerikanischen Unternehmen, abhängig. Heutzutage wird ein Grossteil der Cloud-Infrastruktur, der Suchmaschinen, der sozialen Netzwerke, der mobilen Betriebssysteme und sogar vieler Dienste, die von europäischen Regierungen genutzt werden, von Unternehmen wie Google, Microsoft, Amazon, Apple und Meta bereitgestellt.
Aus rechtlicher und strategischer Sicht ist die Hauptsorge Europas nicht rein wirtschaftlicher Natur. Was Brüssel zur Ausarbeitung dieses Pakets bewogen hat, ist die Besorgnis über die verwundbare Souveränität in Zeiten geopolitischer Krisen. Die Erfahrungen des Ukraine-Krieges, die Verschärfung des Wettbewerbs zwischen Amerika und China sowie die Debatten über den grenzüberschreitenden Zugriff der amerikanischen Regierung auf Daten, die auf Servern amerikanischer Unternehmen gespeichert sind, haben europäische Politiker zu dem Schluss geführt, dass digitale Abhängigkeit zu einem Instrument politischen Drucks werden kann.
In diesem Zusammenhang strebt die Europäische Kommission den Ausbau der europäischen Cloud-Infrastruktur, die Erhöhung der Kapazität von Rechenzentren, die Unterstützung von Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz und die Stärkung der Halbleiterproduktion innerhalb der Union an. Diese Politiken setzen eine Strategie fort, die in den letzten Jahren mit der Verabschiedung des European Chips Act, der Einrichtung von KI-Fabriken und der Entwicklung unabhängiger Cloud-Computing-Projekte begonnen wurde.
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